Herrje, es scheint wirklich das Alter zu sein. Heute ist offensichtlich schon der zweite Überhangtag ... ich hänge ganz weit über. Mein Hirn fühlt sich wie mit einer gallertartigen Masse gefüllt und ich bemühe mich, die Gedanken in eine geordnete Richtung zu lenken um einen kleinen Wochenendbericht zu verfassen.
Freitag Abend:
Dieser Abend hätte belangloser nicht sein können. Auch wenn wir mit lieben Freunden da waren, hat die Gesamtatmosphäre einfach nicht gestimmt. Ich kriege negative Gänsehaut, wenn ich beobachten muß, wie ein Haufen schlecht frisierter Frauen beim ersten Klang von "It's raining Men" überfallartig auf die Tanzfläche stürmt, wenn dann dieser unsägliche Discosong noch von einer drittklassigen Kirmesband zum Besten gegeben wird, dann muß ich meinen Würgereflex unterdrücken. Ich kann einfach nicht anders. Andere können keinen Aldi-Wein trinken. So hat eben jeder eine andere Schmerzgrenze ;-)
Samstag:
Klassentreffen. 20 Jahre. Uff. Da ich schon am Donnerstag packen mußte und ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht entscheiden konnte, welches meiner 87 Outfits mich am schlankesten, best-gekleidetsten, best-aussehendsten, erfolgreichsten und begehrtesten aussehen läßt, mußte ich eine Auswahl davon in den Koffer nach Schleppdorf packen. Aber dann war es so heiß, daß ich einfach nur irgendwo hingriff und eines meiner Bequemoutfits trug. Einfach menschlich dachte ich, ist am besten.
So wie es im Leben dann immer passiert, wenn man die schlimmsten Befürchtungen hat, treten die meistens nicht ein. So ist das eben mit Erwartungshaltungen. Ganz im Gegenteil sogar. Es war schön. Wirklich schön. Auch wenn ich mich noch nicht mal mit der Hälfte des Ex-Jahrgangs unterhalten wollte konnte, hatte ich eine gute Zeit. Am meisten beeindruckt hat mich die Tatsache, daß niemand dabei war, der richtig auf die Kacke gehauen hat und ein tolles Leben vorgetäuscht hat, jeder hat ein bisschen von sich preis gegeben, da gab es Brüche, Lebenslinien, verworfene Träume, Erfahrungen ... und am Ende stehen doch alle gut da. Wie schön.
Nur in dem Moment, als die Kinderfotos durch die Reihen gereicht wurden, habe ich mich etwas komisch gefühlt (Augen rollen verboten!).
Die meisten haben schon recht früh das Feld geräumt. Doch ich bin irgendwie in dem Haufen gelandet, der bis früh morgens an der Theke stand und weitergefeiert hat. Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht. Es war wirklich lustig. Erst als die Vögel lautstark zwitschernd den neuen Tag einläuten wollten und die Sonne drohte, am Horizont aufzugehen, stieg ich in ein Taxi.
Bei einem waren sich übrigens alle Beteiligten einig:
Schule - nie wieder. Die Zeit zurückdrehen. Nö. Sich bald mal wiedersehen ... vielleicht.
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Partyportionen
DAs war heue mal ein wirklich entspannter Tag. Erst gab es Mitarbeiterbrote und dann noch Kolleginenkuchen, ein leichtes Bürogespräch als Dessert und zum Abgang wurde noch ein gemeinsamer Rundgang auf der B-stelle gereicht. War hübsch anzuschauen, die ganze Belegschaft mit belegten Broten und Bauhelmen. Wichtig, wichtig.
Dazu passte der wunderschöne Sommertag, leichte Kleidung und gute Laune. Schön daß morgen Freitag ist. Morgen Abend ist Dorfparty in Schleppdorf ... und auch wenn ich das Gefühl habe, daß ich aus Ereignissen, die in einem Festzelt stattfinden, herausgewachsen bin, freu ich mich, denn es soll ja warm werden, und da kann man ja auch davor bleiben.
Ja und am Samstag steht dann das Ereignis an, in das ich irgendwie noch nicht so ganz reingewachsen bin. Well ... expect the worst and hope for the best.
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Alltagshäppchen
Das war wirklich ein sehr merkwürdiger Tag heute. Ich vermute mal, daß diese seltsam düster getrübte Morgenstimmung einer ungünstigen Sternenkonstellation zuzuschreiben war.
Ich bin jedenfalls heute Morgen:
- sau schwer aus dem Bett gekommen
- extrem übellaunig ins Büro gekommen
- befrachtet mit schlechten Gedanken in den Tag gestartet
Und dann fragt mein Kollege zu allem Überfluss auch noch, ob er mir was helfen kann ... pff ... wo gibbsen sowas? (Achtung, Humor!)
Die schlechten Gedanken haben mich nämlich heute Morgen schon auf der Autofahrt heimgesucht, das war dann nämlich wieder genau die Art von Stimmung, wo mir alles Unerledigte auf einmal einfällt.
Als da wären:
- die immer noch auf meinem Auto befindlichen Winterreifen
die immer noch unerledigte Steuererklärung (grummel)
- die immer noch nicht vorhanden Eintragung meinerseits die AK
- die unerledigte Rentenplanung (ich schwörs, diesen Gedanken kriege ich dann immer "On Top" gereicht)
- etc. pp.
Verdammt, ich bin so ein Aufschiebheimer. Und anstatt mich genau jetzt drum zu kümmern sage ich zu mir, jo ... kann man sich schon denken: Morgen ist auch noch ein Tag.
Übrigens ist die Laune im Laufe des Vormittags wieder angestiegen, und als ich mich zu heißen Radiorhythmen tänzelnd vom Drehstuhl zur Kaffeemaschine bewegte, ja spätestens dann wussten alle Kollegen, daß Schlepp jetzt wieder ansprechbar ist.
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Dramatüten
Donnerstag Nacht habe ich mich in einer Hauruck-Aktion bei so einem DVD-Verleih-Ding angemeldet, nachdem man mir immer so schön davon erzählt hat. Dort habe ich mir dann noch meine Wunschliste zusammengestellt und freue mich jetzt auf die vielen schönen Filme, die ich mir bald alle angucken kann. Gestern war schon der erste im Briefkasten. Zodiac. Ein Triller (wie meine Oma gesagt hätte). Der Film hat mich so in Atem gehalten, daß ich vor lauter Anspannung zwischendurch immer den Raum verlassen musste ... und dann diese düsteren Farben, der Film war ganz in schwarz-grün gehalten, was den Spannungseffekt noch verstärkte. Dass es sich dabei nicht um eine düstere Farbbetonung des Filmmaterials handelte fiel mir übrigens erst vorhin auf, denn da legte ich eine andere DVD ein, die auch schwarz-grün war :-D.
Morgen werfe ich den Film dann in den Kasten, und dann soll auch schon der nächste kommen ... schön ist das. Und ganz ohne Zeitdruck. Das Konzept gefällt mir.
Große Teile des heutigen Sonntags verbrachten wir auf dem Balkon, in Urlaubserinnerungen schwelgend, das Fernweh heraufbeschwörend. Zwischendurch gab’s literweise Kaffee. Und so endet mein kleiner Wochenendbericht. 4 Tage frei sind jetzt rum. Schad. Das nächste Wochenende kommt bestimmt.
Au backe. Pfingsten. Was das für mich heißt. Ich sach nur 20!!!
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Alltagshäppchen
Tja, sieht so aus, als sei mein Energiefenster auch noch am gestrigen Samstag weit offen gewesen.
Voilá, nach nur 4-jähriger
Planungszeit, Baukosten von etwa 80 Euro und einer gesamten Bauzeit von ca. 4 Stunden konnten wir gestern unser neuestes Projekt seiner Bestimmung übergeben.
Ich gebe es zu, wie man vielleicht ahnen kann, hat sich die Situation im Flurbereich dramatisch zugespitzt. Ich denke, so wie es jetzt ist, kann es bleiben ... jo sicher, so ein leerer Flur wäre auch schön gewesen, aber da wir dringend Stauraum brauchen, isses so am besten. Ja und das lila, das finde ich derzeit todschick. Isso.
Das Bauen war auch sehr witzig, denn Herr P. hat sich extra einen Aussichtsstuhl in den Flur gestellt, das Karaoke Mikrophon angeschlossen, und den gesamten Bauprozess dokumentiert, immer in schöner Fußball-Sport-Reporter-Manier.
Um im Anschluß an die Bauphase nicht in ein tiefes dunkles Loch zu fallen, sind wir gleich im Anschluß, unter Ausnutzung des vorhandenen Energieschubs noch per Pedale durch die Gegend gedüst, um anschließend zum wohlverdienten Frühstück (nachmittags um 4!) einzukehren.
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Flickwerke
Yep. So ist das. Da hat es einer offensichtlich sehr gut mit mir gemeint, hat mich zeitig aufstehen lassen, mir einen gemütlichen Morgen mit einer kleinen Planung beschert und lieferte dann noch die nötige Energie und Umsetzungskraft, um mein Türprojekt in Angriff zu nehmen.
Welche höhere Macht auch immer dafür verantwortlich war, das Drehbuch für meinen Tag hat sie dann irgendwie vermasselt.
Baumarkt 1:
"Ja klar, iss alles da ... ja gehn'se nur noch mal rumschauen, ich säg dann alles zu ... (10 Min später) ... ach ich such Sie gerade ... mmh ... so hohe Bretter haben wir leider erst am Dienstag wieder da. Hätts noch so lang Zeit?"
"Nö" ... sach ich ... mein Energiefenster ist heute offen ... nicht am Dienstag."
Baumarkt 2:
"Tschuldigung, wo ist denn hier der Holzzuschnitt?"
"Ey ... Harrrald ... die Sääsch, iss die immer noch gabutt?!
"Jo ... !"
Baumarkt 3:
"Oh ... sie haben tatächlich so hohe Bretter?" ... "Ja, moment mal ... oh wie dumm. Aber da ist heute eine neue Lieferung gekommen, ich geh mal nach hinten!"
"Also das Material, das sie haben wollen liegt ganz weit unten im Stapel, unmöglich da ran zu kommen. Der, der das einräumt, kommt erst gegen Abend!"
Baumarkt 4:
"Tut mir leid, so hohe Bretter haben wir gar nicht!"
Schon dumm, wenn man im Altbau wohnt, und das Standardmaß von 2,40m Deckenhöhe überschreitet, sogar in Türdurchgängen. Also habe ich mich dazu entschlossen, umzudisponieren und mich um die seit langem geplante Flurlösung zu kümmern. Ich kaufte also allerlei Latten, Platten und Gedöns und gönnte mir zum Schluß noch einen kleinen Ausflug ins Schwedenland und ergatterte ein paar weitere notwendige Utensilien.
Zu den etwa 7!!! Stunden Baumarkmarathon gesellten sich dann noch gefühlte 60 Minuten (es werden nur 20 gewesen sein), sinnfreies Rumsuchen nach meinem Auto im Ikeaparkhaus. Erst als ich winselnd zu Hause anrief und Herrn P. in düsteren Farben vom Verlust meines treuen Vierräders berichtete, fier mir auf, daß es ja mehr als ein Parkdeck gibt.
Ja, so war mein Tag ... sicher unnötig zu erwähnen, daß dieser Tag einiges an Energie aufgebraucht hat. Morgen soll schön werden, da werden wir was unternehmen müssen. Dumm. Dann ist schon wieder Sonntag.
Es wird alles darauf hinauslaufen, daß wir am Montag weder eine Tür, noch eine Flurlösung haben, dafür aber etwas weniger Benzin im Tank, ein paar Kröten weniger auf dem Konto und ein paar Latten mehr im Haus.
Ich finde, es hat sich gelohnt.
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Flickwerke
Falls jemals mal von einem Kind die Frage gestellt wird:
"Duuhu ... Tante Schlepp, was ist eigentlich Ironie?"
werde ich folgendes Antworten:
Ironie ist es, wenn Herr P. jahrelang eine Glasversicherung mit sich rumschleppt, diese niemals braucht und daher aus Kostengründen kündigt, und wenn dann kurz nach Ablauf des Versicherungsverhältnisses ein Fenster zu Bruch geht. Jawohl, das ist Ironie!!!
*grmpfztduü+öflskljheöh*
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Beziehungsfetzen
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Reisenotizen
Eigentlich bin ich ja immer noch ein bisschen verstimmt ... wegen dieser Sache mit dem doppelten Feiertag. Da erfreut man sich schon mal an bezahlten Feiertagen und dann ... dann überlegen sich irgendwelche
gregorianischen Kalendermacher, daß heute Himmelfahrts-1.-Mai ist. Grummel.
Aber nixdestotrotz ist heute Feiertag und ich habe frei. Das Wetter draußen ist auch nicht so aufregend, und da ich nicht im Besitz eines funktionstüchtigen Bollerwagens bin, werde ich den Tag auch nicht weiter feiern. Vielleicht schwingen wir uns auch auf Rad. Wir wissen es noch nicht.
Derweil werde ich mein für morgen geplantes Türprojekt vorbereiten. Ich bin sehr gespannt, ob es wieder nur bei einem Projekt bleibt, oder ob es tatsächlich in die Tat umgesetzt wird. Man darf sehr gespannt sein. Man möge mir bitte etwas Energie und Umsetzungskraft für morgen verleihen. Om!
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Alltagshäppchen
Wenn man wie ich aus einer Familie kommt, in der ausgiebige Neurosen über mehrere Generationen gepflegt wurden, wenn man jahrzehnte lang gelernt hat, Dinge eher vom pessimistischen Ansatz her zu betrachten, wenn man eine Mutter hat, bei der ein paar Kopfschmerzen schon mal als Augentumor fehlinterpretiert werden, wenn man über eine große Menge an Onkels und Tanten verfügt, die alle so ihre possierlichen theatralischen Eigenarten haben, wenn man mit einer männlichen Drama-Queen liiert ist und wenn man gerlernt hat, sich über "nix" den ganzen Tag den Kopf zu zerbrechen, dann ist das eigentlich Tragische an der ganzen Sache nur, daß dieser Tag heute einfach super gelaufen ist *g*
Mein Fehler hat sich als unwesentlich herausgestellt. Die heutige Besprechung (wegen der ich am morgen die Kleiderfrage mindestens 10 Minuten länger als üblich gestellt habe) ist gelaufen wie geschmiert. Die Leute haben zugehört, kritisiert, zugehört, Kritik verworfen, zugehört, Fragen gestellt ... und zum Schluß hatte ich se alle inn' Sack.
Wenn ich mich doch nur nicht immer so verrückt machen würde.
Herr P. titelte heute sehr treffend: "Verrückt machen lohnt nicht (sagt der Richtige ;-) ... Scheiße passiert unverhofft."
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Dramatüten
War eigentlich ein ganz dufter Sonntag heute. Etwa gegen 11 kündigte sich seltener Besuch an, gegen 12 wurden noch weitere Personen per SMS hinzugelotst und gegen 12.30 saßen wir auf dem Balkon, aßen Kuchen, tranken Kaffee, rauchten Zigaretten und redeteten und redeteten. Der Nachmittag verging wie im Flug und ich freue mich, daß er so schön war.
Gegen Abend haben Herr P. und ich wieder bei einer wirklich herzzerreißenden Geschichte im Kabel-TV die Tränenkanäle durchgespült ...
... und das einzige, was meine sonntäglich-besinnliche Stimmung trübt, ist die Tatsache, daß ich letzte Woche arbeitstechnisch Mist gebaut habe und dafür morgen wahrscheinlich einen Denkzettel kriege. Außerdem steht morgen noch schwierige Überzeugungsarbeit bei überzeugungsunwilligen Cordhosenträgern an. Das wird unangenehm und ich bin schon mächtig uffgerecht. Wär doch schon morgen abend. Dann würde ich mich besser fühlen.
Das Herz schlägt:
Dadonk. Dadonk. Dadonk.
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