Zeitsprünge

Dienstag, 22. April 2008

4 Stunden New York

Am Sonntag habe ich von meinen Eltern die Videokamera mitgenommen. Die hatte ich mir vor 8 Jahren einmal für einen zweiwöchigen New York Ausflug ausgeliehen.
Diesen Ausflug habe ich damals kurz nach der Zeit gemacht, als ich dort für ein Jahr gelebt habe.
Ich hatte die Kamera mitgenommen, um einmal mein Ex-Leben in dieser Wahnsinnsstadt zu dokumentieren.

Die Kassetten flogen hier schon länger rum, aber ich hatte eben keine Möglichkeit, sie abzuspielen. 4 Bänder, jeweils eine Stunde.

Mein ganz eigenes kleines Stückchen Zeitgeschichte. Es ist wirklich unglaublich, ich bin ja nie so ein Videomensch gewesen, vertraute eher auf die Kraft von stehenden Bildern. Aber ich war doch total ergriffen, und erstaunt, wie viele unterschiedliche Menschen ich dort kennengelernt habe. Bei einigen entstand das dringende Bedürfnis, mal wieder Kontakt aufzunehmen, wieder andere waren nur kurze Begleiter.
Es war wirklich toll, mal wieder ausgiebig in alten Erinnerungen herumzuwühlen. Zu dieser Zeit war ich vollkommen planlos, unendlich und unglücklich verliebt ... kein Job, keine Ahnung wie es weitergeht. Ich bin dennoch so froh und glücklich, das alles erlebt zu haben.
Das Leben heute verläuft in wesentlich ruhigeren Bahnen, aber es ich auch schön. Ach ich gerate schon wieder in Säuselläune.

Was ich eigentlich sagen will, es tut so gut, in alten Erinnerungen zu schwelgen, wenn diese einen dann nicht runterziehen ... sondern wenn man weiß, daß man es bis hierher geschafft hat und das Leben immer noch ganz schön toll ist [/rosapillenmodus off]
einsortiert unter: Zeitsprünge

Samstag, 16. Februar 2008

Ein unmoralisches Angebot

Vor ca. 13 Jahren habe ich am schwarzen Brett meiner bayrischen Ausbildungswerkstatt einen Aushang über ein Gesuch als studentische Mitarbeit gefunden und mich sogleich per Telefon darum beworben. Beim Vorstellungsgespräch saß ich dann zwei unheimlich seriös wirkenden Herren gegenüber, die nicht viel älter waren als ich und gerade einen Wettbewerb gewonnen hatten, und damit einen Riesenauftrag an Land gezogen hatten. Da ich die beiden nicht unbedingt sympathisch fand, schraubte ich meinen Verdienstvorstellungen entsprechend hoch.
Zu meiner Überraschung meldeten Sie sich noch am selben Abend telefonisch und gingen auf meine Forderungen ein. Es war finanziell so verlockend (Studenten müssen sich ja irgendwie ihre Reisen finanzieren) und ich fing dort an zu arbeiten.

Im Nachhinein kann ich sagen, daß das die besten Chefs waren, die ich jemals hatte. Nicht daß ich meine jetzigen nicht auch sehr mag, aber damals war es etwas besonderes. Es ging sehr familiär zu und ich hatte sehr viel Spaß mit der Arbeit. Immer wieder und wieder kamen Sie auf mich zurück und versorgten mich auch in schweren Zeiten mit kleinen Arbeitshäppchen.

Soviel zur Vergangenheit. Bekomme ich doch gestern eine Mail, in der ich mal wieder gefragt werde ob ich nicht arbeitstechnisch verfügbare wäre. Mpf. Was soll ich dazu sagen. Ich fühle mich unglaublich geschmeichelt und gebauchpinselt. Sogleich habe ich zurückgeschrieben, daß ich mich naürlich freue, daß man an mich gedacht hat ... ich aber eben momentan sehr sehr sehr zufrieden und glücklich bin mit meinem aktuellen Job.

Einerseits schade ... denn ich würde sehr gerne wieder für einen der damaligen Bosse arbeiten, zumal wir damals wirklich das Gefühl hatten, mit guter Architektur die Welt ein bisschen besser machen zu können. Und da ich grundsätlich eher eine Idealistin bin ...
Andererseits ... toll, ich kann etwas mit gutem Gewissen ablehnen, weil ich mit dem was ich tue zufrieden bin - It's been a long way, baby.

Tolles Gefühl. Mußte heute mal raus. Die Sonne scheint so schön.
einsortiert unter: Zeitsprünge

Freitag, 8. Februar 2008

Don't kiss him

Es war im August 1997, ein Sommertag in der Stadt der Blumenkinder. Ich traf gerade frisch in San Francisco ein. Hinter mir lag eine nervenaufreibende Zeit in München. Kurz vor Beendigung meines Studiums hab ich mir erstmal ein kleines Urlaubssemester gegönnt. Schon fast ein Jahr hab ich mich an einem Kommilitonen aufgerieben, der mich fast in den Wahnsinn ... well, das gehört eigentlich nicht hierher.
Ich war jedenfalls krank vor Liebeskummer und die sinnvollste Therapie schien eine lange Auslandsreise zu sein, also verabschiedete ich mich für 3 Monate.

Für Samstag Abend war eine große Party angesagt. Vorher haben Frau Z. und ich den ganzen abend gekocht, und ich hab nur geflennt ... alles aus mir herausgeheult, bis alles draußen war. Kann aber auch am Alkohol gelegen haben ...

Später ging es dann zu dieser Party, die einfach nur genial war. Ich war so unglaublich kommunikativ, daß ich gleich von mehreren Typen Telefonnummern zugesteckt bekam. Irgendwann ging die Party dann auf dem Dach weiter. Plötzlich saß er da, dieser Typ. Es war schon sehr spät in der Nacht, vor uns lag die Stadt ... diese Stimmung, da kam Frau Z. vorbei und sagte, daß sie jetzt müde sei und nach Hause geht: "And don't kiss him!" gab sie mir noch mit. Kaum war sie verschwunden, schauten der Typ und ich uns an ("ei warum eigentlisch net?") und knutschten von da ab bis zum Morgengrauen ...

Ich kann mich an diesen Tag noch so genau erinnern, aber ich habe keine Ahnung mehr, wie dieser Typ aussah, geschweige denn wie er hieß, ich weiß nur, daß er einen komischen amerikanischen Namen hatte und immer nur sagte: "You're so weired. Why are you so weired? ... " - Irgendwann lief er mir hinterher wie ein Hündchen und ich ließ ihn einfach stehen.

Hat diese Geschichte eine Moral. Nö. Iss mir gerade so eingefallen, weil ich doch heute Abend mit Frau Z. in San Francisco telefoniert habe.

Edit: Habe mir gerade mein damaliges Tagebuch (damals noch nicht elektronisch und voller Details) angeschaut. Interessant wieviel Erinnerung ich noch hatte. Ich habe einen Spruch aus einem Glückskeks reingeklebt: "Your are very expressive and positive in word, act and feeling." - Also ich finde ja, daß Glückskekes immer recht haben.
einsortiert unter: Zeitsprünge

Samstag, 29. Dezember 2007

Reflexion

  • Januar

  • Paralleluniversum Festanstellung, es wurde wahr
    (Geh doch zu Onkel Dieter in die Werkstatt)
  • Februar

  • Handytarife (systematisches Abklopfen aller Angebote, treibt mich zum Wahnsinn), teure Zahnkronen, Cousinenbesuch aus Berlin
  • März

  • Kurzurlaub in Österreich, Wellness für die Seele
  • April

  • Eröffnung der Grill- und Freibadsaison (15. April - blogtechnisch nachweisbar)
  • Mai

  • Traumurlaub in Californien
  • Juni

  • Urlaubsende, Back to Work, Adoptionsgedanken
  • Juli

  • Pendlerchaos, Bahnstreik, Autohysterie
  • August

  • Autokauf (1. eigenes, selbst finanziertes Auto)
    Beginn des Zahnarztmartyriums (keiner glaubt mir)
  • September

  • Goldener Herbst, Ausflüge, trotz allem: negative Grundstimmung
  • Oktober

  • The Return of the Famous 'Rosa Pille'
    Heimaturlaub mit Rümpelwahn
    Heimkehr zu Twoday
  • November

  • Umzug in ein neues altes Büro
    Die Pillen fangen an zu wirken, Grundstimmung droht zu eskalieren, nicht zielgerichteter Frohsinn breitet sich über meine Seele.
  • Dezember

  • Geschenkemonat, Feiermonat, Alkoholmonat, gnadenbringende Vorweihnachtszeit, Zeit für Reflexionen
Mein großankekündigter Titel würde es eigentlich verlangen, daß ich jetzt tief in mich gehe, über das erlebte nachdenke, gewinnbringende Gedanken extrahiere und zum besseren Mensch werde.
Es hilft aber auch schon, erleichtert festzustellen, daß es mir zum jetzigen Zeitpunkt wirklich ausgezeichnet geht, so gut wie schon lange nicht mehr. Dank des Blogschreibens kann ich mich ja auch noch an so viele Details aus 2007 erinnern. Gut so, denn im Nachhinein ist doch viel passiert und ich bemerke so ganz nebenbei, so schnell isses eigentlich gar nicht rumgegangen, es kommt eben nur auf den Blickwinkel an.

Ommm ... ich werfe mir jetzt mal mein weißes Fleece-Hemd über und schleiche zurück in meinen Ashram, iss ja verflixt spät geworden.
einsortiert unter: Zeitsprünge

Sonntag, 2. Dezember 2007

Blast from the Past

Zufälle gibts, da sitze ich heute morgen im Hause meiner Eltern, noch schlaftrunken von der Nacht im viel zu unbequemen ausrangierten Ehebett meiner Eltern, die Augen verschmiert, da klingelt das Telefon. Mein Vater geht ran, sagt, da ist ein Herr dran, der will dich sprechen. Ich denke noch, wen, mich?

Und ich bin erstaunt. Ein alter Schulkamerad (Unwort) meldet sich, ich frage verwirrt, warum er weiß, daß ich gerade bei meinen Eltern bin. (Ich stehe ja sowieso gerne mal auf der Leitung, aber am frühen morgen logische Zusammenhänge erkennen, einfach unmöglich). Also bricht es auch ihm heraus, schockierend, unbarmherzig, na ... na ..., sagt er, ---- 20 JAHRE!!!

Es trifft mich wie ein Paukenschlag, die Reste des Make-Ups müssen von meinen Augen gesprungen sein, als ich diese, wie vom Blitz getroffen, weit aufreiße ... ich sage: wie kannst du mir sowas gemeines nur sage, ich habe nicht vor 20 Jahren Abitur gemacht, das können höchstens 19 Jahre sein. Naja es hilft nichts, während ich mich noch vom Zeitschock erhole befinde ich mich mitten in einem "und was machst du jetzt so" - Gespräch, gottseidank mit einem netten Ex-Klaka.

Es ist natürlich eine logische Konsequenz, daß ich schon den ganzen Tag versuche, die letzten 20 Jahre meines Lebens zu rekapitulieren. Ich werde selbstverständlich hingehen, kneifen gilt nicht. Es ist bestimmt interessant. Nach 20 Jahren fahren die meisten sicher ein dickes Auto, haben Frau (resp. Mann) und Kind, ein Haus, ein Pferd, eine Hypothek, ein Verhältnis und einen ordentlich abgesichtern Altersvorsorgeplan (mehrfach absichern, ne, iss klar)

... ich habe all das nicht, und bis auf den 3. Punkt in meiner Auflistung vermisse ich auch nichts davon und am letzten arbeite ich gerade.
einsortiert unter: Zeitsprünge

Dienstag, 30. Oktober 2007

Gib mir das Gefühl zurück?

Den ganzen Tag im Büro verbrachten wir heute im Jahr 1984. Mein Arbeitskollege hört ja gern den Sender, der mit oben genanntem Slogan wirbt. Momentan läuft da wohl so ein Ding, wo an jedem Tag ein anderes Jahr im Mittelpunkt steht. Heute war es eben 1984. Es wurde also schwerpunktmässisch (wir mir hier saache) die passende Musik gespielt. Ok, man hätte auch auf die Smith oder Style Council zurückgreifen können ... aber was mußten meine blutenden Ohren ertragen: Pia Zadora ... Klaus Lage ... Gorgio Moroder ... L-i-o-n-e-l --- R-i-t-c-h-i-e !

Trotzdem, das interessante daran war, das selbst solche Abtörner Lieder ein Gefühl zurückgaben. Klar, ich als alter Vergangenheitsmensch fange natürlich sofort an in Erinnerungen zu graben. Mir fallen lustige Freitag Abende ein, an denen wir in großen Haufen in der Schleppdorfer-Dorfdiskothek aufliefen.
Aber wie zum Teufel soll man sich eigentlich ausreichend mit der Gegenwart (heute Deckenspiegel) beschäftigen können, wenn man permanent an die Vergangenheit erinnert wird. Der Satz "hoch des warn noch Zaiidde" ist heute mehrfach gefallen. Mir reichts langsam.

Morgen ist das Jahr 1969 dran. Mal sehen, was oder wen sie da ausbuddeln. Mir jedenfalls fällt meine erster Intensiv-Krankenhausaufenthalt ein ... ob das ein entspannter Tag wird? Ich glaube wir sollten mal den Sender wechseln.
einsortiert unter: Zeitsprünge

Fotos

Wechselwirkungen

Zum Glück habe ich...
Zum Glück habe ich einen lebendigen Wecker. Chris...
Monsterkeks - 16. Mai, 11:32
Regen. Donnergrollen....
Regen. Donnergrollen. Was für fremdartige Wortschöpfungen....
C. Araxe - 15. Mai, 23:23
Da wollte dir dein Unterbewusstsein...
Da wollte dir dein Unterbewusstsein mal was Gutes tun,...
Zuna - 15. Mai, 23:14
Donnergrollen
Wenn man Samstags oder Sonntags am frühen Morgen...
schlepp - 15. Mai, 22:54
Aua ... nich so fest....
Aua ... nich so fest. Geht doch schon wieder.
schlepp - 15. Mai, 22:42
*tritt Frau Schlepp in...
*tritt Frau Schlepp in den werten Hintern* Welch Zufall...ich...
caliente_in_berlin - 15. Mai, 09:40
Frühjahrsmüdigkeitsding
Irgendwie mag ich diese Woche nicht ... oder die Woche...
schlepp - 14. Mai, 21:26
Lebenslinien
Herrje, es scheint wirklich das Alter zu sein. Heute...
schlepp - 12. Mai, 17:42

Suche

 

Status

Online seit 205 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Mai, 11:32

Zusammensetzung

kostenloser Counter


site stats

Packungsinhalt

Du bist nicht angemeldet.

Umgebungstemperatur

Aktuelles Wetter in Frankfurt:


Temperatur: 13 C
UV Index: N/A
Luftfeuchte: 97 %
Sichtweite: 0.2 km
Luftdruck: 993.9 mb
Windstärke: 3 km/h

Weather data provided by weather.com

Ticker


Alltagshäppchen
Beziehungsfetzen
Bürosplitter
Dramatüten
Filmschnipsel
Flickwerke
Heimatepisoden
Intersexdosen
Katzenbrocken
Klangrationen
Krankenakten
Partyportionen
Psychokisten
Reisenotizen
Zeitsprünge
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren