Intersexdosen

Samstag, 29. März 2008

Schaumträume

Seitdem ich diese Happy-Pillen nehme habe ich ein sehr ausgefülltes Traumleben. Es kommt mir jedenfalls so vor.
Soweit ich mich an meine Kenntnisse aus dem Biologie LK erinnere, träumt der Mensch in den REM Phasen und zwar immer und jede Nacht. Interessant ist aber, daß man sich manchmal mehr, manchmal weniger daran erinnert.

Manche dieser Träume scheinen sehr belanglos zu sein, aber sie sind immer sehr real. Also nix mit Fliegen über der Stadt (einer meiner Dauer-Teenagerträume). Ich träume dann von Menschen, von Situationen ... und ich merke genau, daß es Dinge gibt, die ich so anscheinend zu verarbeiten versuche. Ach! Jaja, ich weiß ja daß es so ist, aber oft träumt man zusammenhangslosen Müll und der paßt nirgends hin. Manche Träume haben aber großen Bezug zu aktuellen Situationen.

Heute Nacht habe ich mir zum Beispiel die Haare gerauft, weil ich noch ein Mitbringsel für die Geburtstags-/Einweihungsparty brauche, auf die wir heute Abend eingeladen sind. Soweit zum Unwichtigen.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch vom derzeit stattfinden Treffen der IS-Menschen geträumt. In dieser Beziehung ist mein Hirn nämlich total zwiegespalten. Zum Einen ist da ein großes Bedauern, zum Anderen ... naja das führt jetzt zu weit.

Ich war im Traum übrigens auch schon schwanger ... und das fühlte sich verdammt real an.

Seufz.
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Donnerstag, 7. Februar 2008

Reklamation

Auch wenn ich in meinem letzten Beitrag mal wieder in das Geschlechterklischee verfallen bin, auch wenn ich hier nur sehr wohl dosiert über das Thema Intersexualität schreibe, auch wenn ich das Gefühl habe, mich bei dieser Thematik immer ein bisschen dazwischen fühle, dazwischen ... zwischen Sofakissenknicken und Zwitteraktivismus:

Das hier ist ein Erfolg auf der ganzen Linie! Und darüber bin ich sehr froh. Umso zynischer ist es, daß ich die Hormone, die ich nehmen muß, weil man mir vor 16 Jahren mein hormonproduzierendes Gewebe ohne ausreichenden Grund und ohne eine vernünftige Aufklärung weggeschnibbelt hat, zur Zeit aus eigener Tasche bezahlen muß. Dafür, daß ich mich jetzt mit Kastratenspeck, übelsten Stimmungsschwankungen und permanenter Müdigkeit auseinandersetzen darf. Na dankeschön dafür.

Guten Tag, guten Tag ...
ich will mein Leben Geld zurück ...

Guten Tag ich gebe zu
ich war am Anfang entzückt ...
aber dieses Leben zwickt
und drückt nur dann nicht
wenn man sich bückt!

(Frei nach: Wir sind Helden - die Reklamation)
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Freitag, 28. Dezember 2007

Intersex in Dosen

Eigentlich wollte ich ja einen besinnlichen Jahresrückblick verfassen (jawoll, ich steh drauf), auch ein paar gute Vorsätze waren angedacht (gleich dreimal mehr). Stattdessen bin ich über einen Beitrag in der Planetopia Sendung vom vorletzen Sonntag gestolpert. Herrje, da sitz ich ... starre gebannt auf den Computer und freue mich, einige meiner Geschlechtskommilitonen auf dem Bildschirm zu sehen, da drängt sich eine fiese Ärztin dazwischen und b-e-h-a-u-p-t-e-t ... jawohl, wir schreiben das Jahr 2007, sie behauptet also, es sei besser, ein Kind mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen gleich zu operieren, um es vor psychischen Schäden zu bewahren. *jöööööööööööööörxxxxxxxxxx* ... mir schwillt der Kamm, die Augäpfel lugen hervor.

Herr P., als einzig greifbares Lebewesen, mußte dran glauben und sich einen meiner kleinen Privatvorträge anhören. Er röchelt hilflos, ... , aber ... du ... bist doch gar nicht als Kind ... "operiert worden?", nein, das nicht, aber ich bin zum Schweigen verdonnert worden und das ... verflucht nochmal, hört mich jemand, ist auch verdammt beschissen.

Wieso glauben die eigentlich immer, erstmal das Kind unbeschadet aufwachsen lassen ... und dann mal sehen, als Erwachsener wird man dann schon damit zurecht kommen. Wieso drücken sich erwachsene Menschen vor der Verantwortung ein Kind so zu erziehen, wie es eine moderne Gesellschaft möglich machen könnte.
Damals, Ende der 60er Jahre, ja da kann man vielleicht noch nachvollziehen, warum Kinder wie ich für dumm verkauft wurden, warum man ihnen Geschichten von verkrüppelten Eierstöcken erzählt hat. Aber heute ... 40 Jahre später? Ist ja nicht so, als würde ich nicht wissen, daß Ärzte heute immer noch so denken erzogen werden, aber es macht mich doch immer mal wieder sprachlos, und betroffen ... und auch wenn ich hier jetzt nicht zum kleinen Wettkampfzwitter mutiere, ist dies ein wichtiger Teil meines Lebens. Immer wieder ... in kleinen Dosen.
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Mittwoch, 5. Dezember 2007

Anabole Steroide

Hab ich doch heute von meiner Endokrinologin ein neues Präparat bekommen, es hört auf den klangvollen Namen Dehydroepianandrosteron, scheinbar eine Vorstufe von Testosteron.

Erst mal isses mal wieder vollkommen absurd, daß ich den Mist aus eigener Tasche bezahlen muß.
Damit noch nicht genug, schleppe ich mich heute Abend in den Chat mit meinen Geschlechtskommilitonen ... und dann erklärt mir Interlife erstmal, das sei angeblich das einzige Präparat, mit dem "Frauen" wie ich vermännlichen könnten. Krassomat. Will ich Kerl werden oder was? Denk ich mir, nö! Bin erstmal schockiert, flenne rum ... dann entdeckt Sie, daß sie nur ein paar Buchstaben vertauscht hat. Uff, Erleichterung. Also doch net so schlimm. Püha, gottseidank, nicht auszudenken, wenn ich ahnungslos Pillen schlucke und dann plötzlich in den Stimmbruch kommen.

Naja jetzt steht das Fläschchen hier erstmal rum. Mal schauen, was ich damit mache.

Gott bin ich müd, muß jetzt schlafen, Gute Nacht liebes Tagebuch

Waltonsmusik ab
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Sonntag, 18. November 2007

Androgyne Ambiguität ...

... oder: Was habe ich mit Bill Kaulitz und Marilyn Manson gemeinsam?

Morgen wird ein mehrseitiger Artikel im Spiegel erscheinen mit der Thematik der Zwischengeschlechtlichkeit, Intersexualität, Hermaphroditismus ... wie auch immer man es benennen mag. In jedem Fall wird es unter anderem auch um Menschen wie mich gehen.

Nun entdecke ich auf Spiegel-Online (E-Papers) große Fotos der oben genannten Akteure als Aufmacher für diese Story.
Nichts gegen Publicity, die ist in jedem Fall gut und auch notwendig. Schade ist es dennoch, daß hier nur wieder mit Äußerlichkeiten Quote gemacht werden kann. Interessant scheinen intersexuelle Menschen nur dann zu sein, wenn man es ihnen auch ansieht. Und da müssen dann immer wieder Menschen ihren Kopf hinhalten, die mit ihrer Androgynität spielen, ein Vexierbild im Bezug auf die Geschlechtlichkeit bieten können.

Ich biete eben dieses Bild nicht ... gestatten, Schlepp, 38 Jahre, Diagnose: Komplette Androgenresistenz, will sagen, theoretisch, chromosomal bin ich ein Kerl. Leider hat sich keiner der Rezeptoren in meinem Körper für das ausgeschüttete Testosteron verantwortlich gefühlt, und damit die versammelte Menge an Rezeptoren nicht so teilnahmslos dumm rumstehen haben sie beschlossen, stattdessen haufenweise Östrogene zu akzeptieren. Resultat, ein weiblicher Körper aber ohne Fortpflanzungsorgane, mal abgesehen von ein paar innenliegenden haselnußgroßen Eiern Gonaden. "Abgefahren, was es nicht alles gibt." Naja, jetzt stecke ich hier drin, habe mich nach all den Jahren damit arrangiert. Es war oft ein harter Weg.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will. Gerade die Tatsache, daß man mir nichts ansieht, hat den Arzt damals dazu veranlaßt, meinen Eltern und mir ein Schweigegelübde aufzuerlegen. "Reden Sie mit niemandem drüber ... Die Leute verstehen das sowieso nicht". So lief ich also jahrelang durch die Welt, mit der perfekten Tarnung. Dieses jahrelange Schweigen war die härteste Zeit meines Lebens, ich habe sehr darunter gelitten. Mittlerweile, dank Internet, durch das Auffinden zahlreicher Geschlechtsgenossinnen rede ich mit jedem darüber, der es nicht wissen will, und das tut so verdammt gut.

Leider interessiert das keine Sau. Die innere Zerrissenheit, oder auch die Frage warum ein Arzt glaubt, daß die Menschen mit XY-Frauen nicht umgehen können, scheint bei weitem nicht so interessant wie eine dicke Lage Kajal bei einem pubertierenden Minirocker oder einem sog. "Schockrocker". Eigentlich schade.

Werde mir morgen aber trotzdem einen Spiegel kaufen. Vielleicht hab ich auch nur was falsch verstanden ...
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Donnerstag, 8. November 2007

Mutterleiden = Frauenfreuden?

Manchmal stelle ich mir folgende Frage: Wenn der liebe Gott doch in meinem Fall eine aussagekräftige Gebärmutter vergessen, und bei den Eierstöcken unsauber gearbeitet hat ... ja verdammt, wieso hat er mich dann mit einem durchaus gebärfreudigen Becken und einem in letzter Zeit immer stärker werdenen Mutterinstinkt ausgestattet?

Ich k-a-a-a-p-i-e-r-s nicht!
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Fotos

Wechselwirkungen

Zum Glück habe ich...
Zum Glück habe ich einen lebendigen Wecker. Chris...
Monsterkeks - 16. Mai, 11:32
Regen. Donnergrollen....
Regen. Donnergrollen. Was für fremdartige Wortschöpfungen....
C. Araxe - 15. Mai, 23:23
Da wollte dir dein Unterbewusstsein...
Da wollte dir dein Unterbewusstsein mal was Gutes tun,...
Zuna - 15. Mai, 23:14
Donnergrollen
Wenn man Samstags oder Sonntags am frühen Morgen...
schlepp - 15. Mai, 22:54
Aua ... nich so fest....
Aua ... nich so fest. Geht doch schon wieder.
schlepp - 15. Mai, 22:42
*tritt Frau Schlepp in...
*tritt Frau Schlepp in den werten Hintern* Welch Zufall...ich...
caliente_in_berlin - 15. Mai, 09:40
Frühjahrsmüdigkeitsding
Irgendwie mag ich diese Woche nicht ... oder die Woche...
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Lebenslinien
Herrje, es scheint wirklich das Alter zu sein. Heute...
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