Dramatüten
Das war wirklich ein sehr merkwürdiger Tag heute. Ich vermute mal, daß diese seltsam düster getrübte Morgenstimmung einer ungünstigen Sternenkonstellation zuzuschreiben war.
Ich bin jedenfalls heute Morgen:
- sau schwer aus dem Bett gekommen
- extrem übellaunig ins Büro gekommen
- befrachtet mit schlechten Gedanken in den Tag gestartet
Und dann fragt mein Kollege zu allem Überfluss auch noch, ob er mir was helfen kann ... pff ... wo gibbsen sowas? (Achtung, Humor!)
Die schlechten Gedanken haben mich nämlich heute Morgen schon auf der Autofahrt heimgesucht, das war dann nämlich wieder genau die Art von Stimmung, wo mir alles Unerledigte auf einmal einfällt.
Als da wären:
- die immer noch auf meinem Auto befindlichen Winterreifen
die immer noch unerledigte Steuererklärung (grummel)
- die immer noch nicht vorhanden Eintragung meinerseits die AK
- die unerledigte Rentenplanung (ich schwörs, diesen Gedanken kriege ich dann immer "On Top" gereicht)
- etc. pp.
Verdammt, ich bin so ein Aufschiebheimer. Und anstatt mich genau jetzt drum zu kümmern sage ich zu mir, jo ... kann man sich schon denken: Morgen ist auch noch ein Tag.
Übrigens ist die Laune im Laufe des Vormittags wieder angestiegen, und als ich mich zu heißen Radiorhythmen tänzelnd vom Drehstuhl zur Kaffeemaschine bewegte, ja spätestens dann wussten alle Kollegen, daß Schlepp jetzt wieder ansprechbar ist.
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Wenn man wie ich aus einer Familie kommt, in der ausgiebige Neurosen über mehrere Generationen gepflegt wurden, wenn man jahrzehnte lang gelernt hat, Dinge eher vom pessimistischen Ansatz her zu betrachten, wenn man eine Mutter hat, bei der ein paar Kopfschmerzen schon mal als Augentumor fehlinterpretiert werden, wenn man über eine große Menge an Onkels und Tanten verfügt, die alle so ihre possierlichen theatralischen Eigenarten haben, wenn man mit einer männlichen Drama-Queen liiert ist und wenn man gerlernt hat, sich über "nix" den ganzen Tag den Kopf zu zerbrechen, dann ist das eigentlich Tragische an der ganzen Sache nur, daß dieser Tag heute einfach super gelaufen ist *g*
Mein Fehler hat sich als unwesentlich herausgestellt. Die heutige Besprechung (wegen der ich am morgen die Kleiderfrage mindestens 10 Minuten länger als üblich gestellt habe) ist gelaufen wie geschmiert. Die Leute haben zugehört, kritisiert, zugehört, Kritik verworfen, zugehört, Fragen gestellt ... und zum Schluß hatte ich se alle inn' Sack.
Wenn ich mich doch nur nicht immer so verrückt machen würde.
Herr P. titelte heute sehr treffend: "Verrückt machen lohnt nicht (sagt der Richtige ;-) ... Scheiße passiert unverhofft."
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Der erste Satz, der mir normalerweise als erstes an einem Montagmorgen in den noch völlig verschlafenen Sinn kommt: "Wenn’s Montag früh schon mit Aufstehen anfängt, wie schlimm kann’s da werden." - Normalerweise.
Heute Morgen rappelte um punkt 6 der Radiowecker und der Nachrichtensprecher begrüßte mich fröhlich mit den Worten:
"Schneechaos im Rhein-Main-Gebiet ... Autofahrer mit Sommerreifen ... Glatteis ... Querstehende LKW ... Vollsperrung ... bla ... bla ... bla" - Ich starre ungläubig auf den Radiocubus. Sollndas. Traum ... oder was? - Herr P. räkelt sich lasziv und ordnet an, daß Frau Schlepp heute Zuch fährt. Toll. Gut, daß ich meine ganzen Besprechungsutensilien schon am Freitag mitgenommen habe. Nachdem ich dann realisiert habe, daß ich offenbar nicht die letzten Monate verschlafen habe ... wir immer noch April haben und ich auch nicht träume musste ich mich wohl oder übel dem gemeinen Montagmorgenschicksal fügen.
Ich schlich also missmutig ins Bad, befand nach kurzem Blick in den Alibert, daß Haarewaschen angesichts dieser Umstände unnötig ist, entschied mich für eine schnelle Dusche, das kleine Beauty-Programm und schmiss den Computer an, auf der Suche nach einer zügigen Zugverbindung.
Bäääääh. Ich mag nicht. Auf solch widrige Umstände muss man sich doch vorher einstellen können. Hab ich irgendwie echt verpasst diese Winterprognosen. Dabei hatte mich Frau H. gestern noch am Telefon gefragt, ob es bei uns auch schneit ... und ich hatte noch großspurig gesagt, daß wir hier in FFM sowieso fast nie Schnee haben.
Wassolls. Ich griff mir also meinen rollbaren Aktenkoffer (Spießerutensil) und die Planrolle (cooles Architektenutensil, welches das vorgenannte quasi neutralisiert) ... füllte meinen noch lässigeren Thermomug mit heißem Kaffee und stiefelte Richtung Hauptbahnhof ... um was ... ja um was zu erfahren?
DASS DER VERDAMMTE ZUG ... den ich mir ausgesucht hatte ... na was schon ... AUSFÄLLT. Grummel. Das heißt ... vollgestopfte S-Bahn fahren. Diese kam dann endlich mit reichlich Verspätung, musste natürlich an jeder erdenklichen Hundehütte halten und verharrte kurz vor dem Ziel noch minutenlang auf schneebedeckter Strecke.
Dass zum Abschluss auch noch der Aufzug in den 4. Stock gesperrt war, ist eine Erwähnung im Blog wert, denn es setzt meiner kleinen bescheidenen Anreiseodyssee irgendwie einen putzigen Schlusspunkt.
Dass ich letztendlich zu spät kam, soll hier ebenfalls nicht unerwähnt bleiben ... nur gut, daß heute Morgen alle Beteiligten ihre eigene ganz persönlich kleine Anreisegeschichte zum Besten geben konnten.
Ich will jetzt Frühling, aber Dalli.
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Das war heute mal wieder eine dieser Nachte, die ich eigentlich schon fast vergessen hatte. Wahlweise 1 - 3 Stunden vor dem "Klingeln" des Radioweckers klopfen sich dann spechtartig die 385 schlimmsten Existenzängste in mein Gehirn.
Wie gesagt, seit den Rosa Pillen sind diese Nächte rar geworden, aber heute morgen ... so gegen halb sechs fing das Rumgewälze an.
Bei Tageslicht betrachtet, ist dann nix davon wirklich schlimm, nichts ist davon unlösbar und nichts wird meine Existenz grundlegend in Frage stellen. Warum ist man nur im Morgengrauen so machtlos gegen die Endlosschleifen?
Vielleicht leide ich aber auch nur unter einer extremen Form des Jet-Lags ... diese Zeitumstellung wird dran schuld sein ... so eine Stunde kann einen schon ganz schön verwirren ;-)
Vielleicht liegts aber auch nur dran, daß ich Meisterin im Fach der goldenen Aufschiebekunst bin (eignet sich hervorragend für unlösbare Morgengedanken) ... seit mehreren Wochen habe ich mir z. B. schon vorgenommen, endlich mal in die Kamm*r meines Berufsstandes einzutreten ... das geht aber mit Behördengängen einher ... und die mag ich gar nicht gut leiden.
Vielleicht morgen ... mit dem poli*zeili*hen Führungsze*gnis wird es bei mir sicher keine Schwierigkeiten geben *g*
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Über den gestrigen Arbeitstag brauche ich gar nicht weiter einzugehen. Es war stressig und völlig überfordernd. Multitasking war angesagt und das zählt nur bedingt zu meinen beliebtesten Gehirnsportarten.
Ich laufe also am Abend zu meinem steil am Hang geparkten Fahrzeug ... denke kurz über den schräggestelllten Betonpfosten an meiner Fahrzeugheck nach und wundere mich darüber, so knapp eingeparkt zu haben, was für eine Meisterleistung denke ich. Ich steige ein und meine Vermutung bestätigt sich, der Gang war draußen ... da einem zwei solche Mißgeschicke nicht an einem Tag passieren können gehe ich davon aus, daß der Gang von alleine rausgehüpft ist ;-)
(Später werden Leute fragen, ob denn nicht die Handbremse angezogen war und ich werde antworten, daß ich auch mit angezogener Handbremse prima Autofahren kann)
Seis drum. Ich stelle erleichtert fest, daß mein Auto nur eine kleine Delle abbekommen hat und daß da eben glücklicherweise der Betonpfosten war. Die vor meinem geistigen Auge aufflimmernden Bilder über mögliche Spätfolgen eines steil den Hang herunterbretternden Kleinwagens brennen sich kurzzeitig in meinem Kopf fest und jagen mir eiskalte Schauer über den Rücken. Von daher war es ein positives Erlebnis ... es hätte ja auch viel schlimmer kommen können.
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Gestern war einer dieser Tage ... den man ungerne nochmal erleben möchte, bin ich froh, daß ich nicht im Murmeltierfilm gefangen bin:
Montag Morgen ... 6.45 Uhr ... würde ich doofe Sprüche klopfen, würde ich jetzt sagen: Wenns Montag schon mit Aufstehen anfängt, wie schlimm kanns da werden.
Ich platziere mich jedenfalls mit einem tiefen Gähnen so etwa gegen 7.55 in der Fahrerkabine meines Fahrzeugs, drehe den Schlüssel ... und was passiert ... nüscht. Ich denke kurz nach ... mein Blick wendet sich nach links. Na prima. Licht angelassen. Ich schwöre, ich bin zwar ein hoffnungsloser Tollpatsch, aber das ist mir tatsächlich noch nie passiert. (Später werden alle fragen, daß es doch gepiepst hätte ... und ich werde sagen, daß ich schließlich nicht auf jedes Piepsen in meinem Innenohr reagieren kann!) ... Mit verzweifelten Schritten haste ich die Treppen nach oben zurück in die Wohnung, um Herrn P. aus dem wärmenden Federbett herauszudiskutieren ... was erstaunlicherweise zügig vonstatten ging.
Gemeinsam stellen wir also Minuten später unsere beiden Blechkisten knutschend gegenüber und ich verheddere ich mich hilflos irgendwo zwischen Bedienungsanleitung und Batteriepolen. Spätestens als ich anfing, die Klemmen des Starterkabels am Motorblock zu befestigen, hat Herr P. die Sache lieber selbst in die Hand genommen. Genau um 0.00 Uhr am 1.1.2000 konnte ich dann endlich vom Hof reiten ... und erstaunlicherweise ... durfte ich an einem ganz gewöhnlichen Montag Morgen den Einstieg ins neue Millenium noch einmal erleben.
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Bevor das hier jetzt vollkommen verkatzt, muß ich dringend einen Gegenpol setzen. Also fiel mir heute auf der Heimfahrt ein, daß ich ja bei regem Verkehr auf der Autobahn in tiefer Dunkelheit und bei strömendem Regen das Handy aus der Handtasche wühlen könnte um diese Szenario mal zu fotografieren ... also gute Sicht ist anders:
Auf dem Rezept der Rosa Pille habe ich mal wieder eine neue Nebenwirkung entdeckt: Gereiztheit. Prima. Paßt haargenau. Denn zu aller Fröhlichkeit die mir momentan wiederfährt, gesellt sich auch immer mal wieder eine vollkommen genervte und absolut übertriebene Gereiztheit ... so daß ich am Ende schon selber wieder darüber lachen muß.
Als ich mich zum Beispiel heute morgen in meine viel zu engen Röhrenjeans (nie wieder werde ich Modetrends folgen) quetschen wollte, überfiel mich ein Gefühl der Unmut auf das wochenendliche Freßgelage bei meiner Mom.
Ich schwor mir, erst dann wieder Boden ins kalorientechnisch feindliche Schleppdorf zu setzen, wenn ich wieder vernünftig in diese doofe Modehose passe und der Bauch sanft in den Hosenbund hineingleitet.
Kaum das Haus verlassen, ich kurvte bereits um die Ecke, bemerkte ich, daß auf meiner Nase etwas fehlt. Fluchend zurückgefahren, Treppe hochgerannt ... Brille aufgesetzt. Genervt schob ich anschließend kriechende Luxuslimousinenfahrer vor mir her.
Auf der Fahrt dann die Musik aufgedreht, laut mitgesungen ... Laune wieder da. Geht doch.
Und wenn mich heute Abend nicht die wundervollen Stars auf der düsteren Heimfahrt begleitet hätten, ich schwörs, ich hätte sicher wieder geflucht.
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Anstatt meine üblichen Donnerstagsdosis an chlorfrei gebleichten Rechteckumschlägen zu nehmen, hatten wir heute nur belanglose Werbung im Briefkasten. Diese veranlassten Herrn P. beim Durchblättern dazu, sich über Frauen Friseurpreise lustig zu machen. Da war nämlich so ein Werbeflyerdingens im Kasten mit Disainerfrisör-Werbung.
Links Frau - rechts Mann
Rechts steht:
Beratung, Haarschnitt (Fußschnitt oder was?), Shampoonieren, Föhnen, Styling
25 - 30 Euro
Links steht:
Beratung, Haarschnitt, Shampoonieren, Föhnen, Styling
45 - 55 Euro
Das pflanzt sich durch die ganze moderne Frisurenlitanei (Plättnum, blound, proufäischounal) hindurch - bis zum Ende. Frauen müssen teilweise bis zu 90% mehr zahlen. Ist das fair? Hat jahrelanges tragen von lila Protesthosen das für uns herausgekitzelt? Daß wir als Frauen immer noch weniger verdienen, dafür aber doppelt so viel für Friseurbesuche ausgeben. Und überhaupt, sollte ich hier in Zukunft doch vielleicht mein mir angeborenes genetisches Geschlecht zu meinem Vorteil nutzen?
Eine Überlegung wäre es immerhin wert ;-)
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Kam ich also gestern von der Schicht, nichts böses ahnend trabe ich die letzten Treppenstufen hoch ... öffne die Tür, begrüße meinen Zukünftigen und frage was es zum Essen gibt *g* ... anyway ... er sagt: "Du hast Post." - Ach was wird das schon sein ... flöte ich noch fröhlich, mich immer noch an der Tatsache erfreuend, daß ich langsam damit beginne die Weihnachtshüften einzuschmelzen ... da erblicke ich Ihn ... DA .... DAAAAA .... iiiiiiiiiiiiiiiih ... Ekel überkommt mich *würg*.
Ein chlorfrei gebleichter Umschlag im DL-Format liegt da unmotiviert auf dem Bürotresen ... ok, denke ich also, Ruhe bewahren, nicht aufregen. Sicher wollen die dir nur mitteilen, daß sich irgendeine Adresse geändert hat. Während ich mir also noch Mut zuspreche öffne ich zitternd den Umschlag ... und es trifft mich wie ein Paukenschlag. Vor meinem geistigen Auge ergeben sich Bilder von schwedischen Gardinen, von gestreiften unförmigen Hemden, ich denke über meine künftigen Zellengenossen nach und mache mir Mut, indem ich denke: was Paris Hilton schafft, schaffe ich auch.
Worum es in dem Brief ging ist eigentlich unwichtig. Wichtig ist die Tatsache, daß ich mich total verrückt gemacht habe, wie das nun mal meine vollkommen übertriebene Art ist. Ich habe die gesamte Nacht im Geiste Verteidigungsreden formuliert, um heute Morgen geläutert und voller Schuldgefühle zu Kreuze zu kriechen ... um dann gesagt zu bekommen: "Ok, Frau Schlepp, halb so schlimm, sie reichen das nach ... schöntachauch!" - "Wie? Ich muß nicht ins Gefängnis?" - *stutzt* - *hatskapiert * - Vollkommen erleichtert wälze ich mich imaginär rücklings auf der Wiese, mein geistiges Ohr ruft den Song "I feel good" auf und ich freu mich ... wie man sich eben so freut, wenn man dem Knast gerade noch mal so entgangen ist.
Ein besonderer Dank geht hier an Grobi und Herrn P., welche mir gestern Abend abwechselnd telefonisch bzw. persönlich Mut zugesprochen haben, und mir versichert haben, daß sie mich in jedem Fall besuchen würden und mir gegebenenfalls auch eine Feile in den Marmorkuchen gebacken hätten.
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Verdammt. Dies könnte schon wieder so ein Beitrag sein, wo ich gerne in loser Reihenfolge beliebige Schimpfwörter aus mir herausschreiben könnte. Heute hab ichs mal früher aus dem Büro geschafft (halb sechs) und bloß weil heute ein paar Laster umgekippt sind, stand ich im Stau. Und da ich das unangenehme Rumpendeln zur Arbeit nur ertragen kann, wenn alles flutscht, löst ein 10km langer Stau bei mir Herzrasen, Schweißflecken und hemmungslose Hysterie aus. Dachtichsobeimir: dann fahr ich halt schon "Messe" ab ... ha ... da erwartete mich
DAS. Man kann sich also vorstellen, daß ich mich da vom Regen direktemang in die Traufe begeben habe. Da wurde es dann wirklich unlustig. In einer vollkommen verstopften Frankfurter Innenstadt bewegte ich mich fluchend mit gefühlten 3,8km/h nach Hause. Naja, das war jedenfalls ein ganz realer Albtraum ... und wenn ich es recht bedenke, es gibt schlimmeres ... denkt nur an die hun.... Schlepp: STOP!
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