Beziehungsfetzen
Falls jemals mal von einem Kind die Frage gestellt wird:
"Duuhu ... Tante Schlepp, was ist eigentlich Ironie?"
werde ich folgendes Antworten:
Ironie ist es, wenn Herr P. jahrelang eine Glasversicherung mit sich rumschleppt, diese niemals braucht und daher aus Kostengründen kündigt, und wenn dann kurz nach Ablauf des Versicherungsverhältnisses ein Fenster zu Bruch geht. Jawohl, das ist Ironie!!!
*grmpfztduü+öflskljheöh*
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Ach ja ... jetzt geht das Leben wieder anders rum. Da Herr P. jetzt nachts morgens immer zu einer völlig indiskutablen Zeit den Tag beginnt, geht er jetzt auch am Abend entsprechend früh zu Bett. Das ist alles noch sehr ungewohnt hier. Ich muß mich einfach nur dran gewöhnen.
Wir haben allerdings keine Schlafzimmertür. Irgendwie gibts da jetzt ein Problemchen, welches es mit planerischer Weitsicht zu lösen gilt. Vorschläge werden gerne angenommen.
Wer jetzt auf die schlaue Idee kommt, einfach eine Tür einzubauen, ... ja der ... ja der hat vielleicht vollkommen recht. Aber das hier ist ein Altbau, der Durchgang ist 1,30m breit und 2,70 hoch ... ach ich bin vom Fach sagen Sie? Klar, Ideen hätte ich ... ich habe aber keine Lust, viel Geld zu investieren, da es sich um eine Mietwohnung handelt. Problem erkannt? Na dann ... ach übrigens ... passende Handwerker könnte ich dann auch gebrauchen, ist hier vielleicht ein Schreiner, der gerne auch mal kostenlos arbeitet?
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Sonntag Abend ... wenn es der Zufall will, schauen Herr P. und ich uns ab und zu mal den Herrn Pflaume an. Wenn er wieder lange vermisste zusammenführt ... oder auch, wie heute ... zwei ältere Leute ... die sich *schluchz* ... vor 50 Jahren *schnief* ... an einem Bahnhof in Polen *schneeeeeuuuuz* das letzte Mal gesehen haben ... und natürlich in der Sendung wieder zusammengebracht wurden.
Ach wat schön.
Vor allem, weil wir dann beide gewässerte Augen haben. Es geht doch nichts über einen Mann, der auch außerhalb von Zwiebelschneiden oder Abstieg des Lieblingsvereins in der Lage ist zu heulen. Also ich steh drauf *g*
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Gemeinsam sitzen wir heute morgen am nostalgisch abgewetzten Küchentisch, trinken unseren frisch gebrauten ersten Morgenkaffe ... Herr P. blättert sich gemütlich durch den Laptop, ich kraule die Miezekatze, die mit festem Blick auf eine Eichhörnchen auf dem Baum vorm einfach-verglastem Altbaufenster starrt.
[Aktenzeichen-XY-Sprecher-Modus-an]
Noch ahnten sie in diesem beschaulichen Idyll nichts von den Vorkommnissen der nächsten Minuten.
[/Modus aus]
Das Telefon klingelt ... unbekannt ... ich hebe ab, er ergibt sich ein kurzes knappes Gespräch:
"Hallo."
"Hallo?"
"Ja ... Hallo."
"Hallo, Schlepp, bist dus?"
"Ach so, du bist es ... hallo Edeltraud ** (potenzielle Schwiegermutter)"
"Ich wollt nur mal sagen, daß der Herr P. --- Isser da, de Kerl? --- also daß die Tante Irmtraud** ... seine Patentante heute 60 wird. Er soll da mal anrufen."
"Möchtest du ihm das nicht selber sagen?"
"Jo ... gäbbenmirma.
Und sonst, alles gut?"
"Alles im Lack"
Herr P. folgt artig dem befohlenen und ruft Tante Irmtraud an. Tut ... tuuut ...
"Metzger**?"
"Hallo ... Tante Irmi, hier ist der Herr P. und ich wollte dir nur mal ... eben zum Geburtstag gratulieren ..."
Es folgt ein gefürchteter Herr-P.-5-Minuten-jedes-Gespräch-im Keim-erstickenden-Monolog, danach: SCHWEIGEN.
Sekunden später räuspert sich die Tante am anderen Ende der Leitung:
"Däffischema fraache, wer issenda dran?"
Hier ist nichts beschönigt, nichts übertrieben. Aber es zeigt die Art von familiärer Verpflichtung, wie sie schon seit jeher von den Miss Ellies dieser Welt aufbefohlen wird.
Also: Vergesst eure Tanten und Onkels nicht.
**// Name von der Redaktion geändert.
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Gestern habe ich den ganzen Tag knietief in der Küche gestanden und bin meiner heimlichen Leidenschaft (ich bin so psycho) nachgegangen, dem entrümpeln, aufräumen, kruscheln und ausmisten. Stolz kann ich behaupten, daß es wieder eine große Tüte Dinge gegeben hat, die jetzt gleich direkt in der Tonne landen.
Meinungsverschiedenheiten hat es unter anderem über meine Ex-Freund-Tasse (Aufdruck unserer Konterfeis) gegeben, ich wollte die nämlich entsorgen:
1. das Ende der Beziehung ist jetzt 11 Jahre her
2. es handelt sich bei dem Tassenmodell um eines dieser dickwandigen Bechertassen aus denen ich ohnehin nie gerne getrunken habe.
Zum Anfang meiner Beziehung mit Herrn P. hab ich ihm gerne den Morgenkaffee aus dieser Tasse serviert, wollte ihn ein bisschen ärgern *g* ... mittlerweile ist ihm die Tasse und der Aufdruck aber so ans Herz gewachsen, daß er mich bat, diese Tasse aufzuheben, mit folgenden Beweggründen:
1. er freut sich, daß die Bilder mit jedem Spülmaschinengang weggilben, ist wahrscheinlich sowas wie Kaffeetassen-Voodoo.
2. er trinkt gerne aus großräumigen dickwandigen Bechertassen.
Zum Abschluß dieser wirklich aufregenden Geschichte aus unserem Alltag habe ich aber noch folgenden Frage:
Wieviel Tupperware braucht ein 2-Personen-2-Katzen-Haushalt?

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Wie kann man einen erwachsenen Mann glücklich machen?
Ganz einfach, man schenkt ihm zu seinem Geburtstag einen Vorverstärker, damit er endlich wieder gutes altes Vinyl aus seiner hochmodernen Stereoanlage erklingen lassen kann.
Happy Birthday Herr P.
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Gestern Abend, Herr P. hatte sich schon in die Gemächer verzogen, rief ich ihm zu:
"Schaa-aaatz, ich komme jetzt ins Bee-ett!"
Sein trockener Kommentar:
"Bring dir was zum Lesen mit!"
Also eins muß man ihm lassen ... er ziehts durch ;-)
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Der erste Satz, den mir Herr P. heute morgen schlaftrunken und augenreibend ins weit aufgeklappte Innenohr gesäuselt hat:
"Denk bloß nicht daß es heute Blumen gibt."
Isser nicht schrecklich romantisch?
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Traumhaftes Wetter.
Blauer Himmel.
Samstagmorgen.
Was machen junge Pärchen um die 40 dann? Richtig, sie gehen an die frische Luft. Genau das haben wir gemacht. Und zwar einmal quer durch die Stadt und wieder zurück. Mir war nach weiter Welt. Also nix wie rüber über den Fluß, und rein ins Bahnhofsviertel. Essen der verschiedensten Nationalitäten geschnüffelt und anschließend ins Kaffee gesetzt. Mitten ins Fenster. Frühstück bestellt. Kaffee getrunken und über die vergangene Woche sinniert, ein bisschen Fernweh gehabt.
Herr P. wollte die klare Sicht des Tages nutzen und auf den Maintower rauf. Das wollten aber auch viele andere lichthungrige Menschen und so entschieden wir uns fürs Nichtbesteigen. Weiter Richtung Alte Oper, dort gibt es ein Häusereck, das mich an Italien erinnert. 'N bisschen wenigstens. Durch die Fressgass. Zum Hugendubel. Schnell ein Hörbuch eingekauft. Weiter zum Römer. Ab in die Schirn, eine kritisch künstlerische Auseinandersetzung zum Thema
Pauschaltourismus angeschaut. Vorbei an sonnenhungrigen Touristen (Thementag). Zurück nach Hause.
Schön wars.
Und jetzt muß ich hoch.
Nachbarkatzen füttern.
Lied des Tages:
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Angeregt durch einen Beitrag im Nachbarblog über männliches Gebaren im Allgemeinen und Geschlechterklischees im Besonderen fallen mir als Männer-WG erfahrener Superbraut so einige Anekdoten ein, die ich hier einmal übersichtlich gegliedert zum Besten geben möchte:
Bachelor Nr. 1
Ort: München
Zeit: Anfang der 90er Jahre
Status: Zweck-Mitbewohner
Codename: Zwidawurz
Gefunden habe ich diese Wohnung wie die meisten meiner Behausungen über eine Zeitungsanzeige. Die Wohnung hat mich fasziniert. Sie befand sich im 8. Stock eines 60er-Jahre Mehrparteienmietshauses mit einem sensationellen Ausblick über ganz München und die Alpen (bei Fön). Über den Mitbewohner habe ich zunächst hinweggesehen ... nun besteht ja schon seit jeher zwischen den den damals eher schwarzgekleideten Architekturstudenten und den holzfällerbehemdeten Studenten des Bauingenieurwesens (seine Zunft) ein Unfrieden, wie er sonst nur zwischen Frankfurt vs. Offenbach bzw. Köln vs. Düsseldorf zu erwarten ist. Gleiches bezog sich zuletzt auch auf unsere Mitbewohnerschaft.
Höhepunkt: Er legte mir ein Stück Käse in mein Zimmer, während ich mich in einem mehrwöchigen Urlaub befand. Lecker. (So a Sau)
Nach nur einem Jahr räumte ich das Feld.
Bachelor Nr. 2
Ort: München
Zeit: Mitte der 90er Jahre
Status: Lebensabschnittsbegleiter
Codename: Howard Carpendale
Zog direkt von seiner Mami in unser gemeinsames Heim. Auf nur 47 Quadratmetern richteten wir uns ein Leben ein, wie es sonst nur sehr erwachsene Menschen haben. Alles war sehr gemütlich. Alles war sehr schön. Friede. Freude. Eierkuchen. Doch mit 27 ereilte mich die erste Midlife-Krise meines Lebens. War das schon alles? Kann doch nicht sein. Ich schlug kurz um mich, dann alles kurz und klein, befreite mich aus den viel zu früh angelegten Fesseln und startete in eine neues Leben. An unsere gemeinsame Zeit habe ich aber auch viele positive Erinnerungen.
Bachelor Nr. 3
Ort: Berlin
Zeit: Frisches 21. Jahrhundert
Status: Mitbwohner + guter Freund
Codename: Kollech
Mit zunächst nur einem Mietauto voller Kram zog ich irgendwann im Frühjahr in die Hauptstadt. Er suchte nach einer Mitbewohnerin unter 30, ich war schon 32 ... schrieb ihm also, daß ich mich höchstens benehme wie 29 1/2. Das hat gereicht. Wir haben eine sehr lustige Zeit miteinander verbracht, oft gekocht, den Freundeskreis geteilt, Partys gefeiert, tonnenweise Kohle in den 4. Stock geschleppt ... das schönste: in all dieser Zeit kam es nie zum Austausch irgendwelcher Körperflüssigkeiten.
Bachelor Nr. 4
Ort: Frankfurt
Zeit: seit 2004
Status: Liebhaber, Freund, zukünftiger Ehemann
Codename: Herr P.
Tja, hier sind wir im heute und jetzt angekommen. Außer daß wir Tisch + Bett teilen ist Herr P. auch mein bester Freund, mit dem ich über alles reden kann, der mir ordentlich kontra gibt und mit dem ich minutenlang diskutieren und stundenlang am Mainufer sitzen kann. Nirgends kann man so schön das männliche Grundverhalten studieren wie bei meinem geliebten Dreibein. Es gibt nix schöneres als an der Arbeit angerufen zu werden und über die Planung eines schönen Essens in unserer gemütlichen Altbauküche zu beraten. Wir lieben uns mit all unseren Macken ... und wer uns kennt hat in etwa eine Vorstellung davon, daß das manchmal eine Herausforderung sein kann ;-)
Abschließend möchte ich noch folgende Gemeinsamkeit anmerken, die mich darauf schließen läßt, daß es sich hier nicht um einen Zufall handeln kann:
Wirklich alle ... ausnahmslos alle meiner männlichen Roommates hatten eine Gemeinsamkeit. Sie neigten zur Vorratshaltung im Badezimmer. Mindestens 3 Deodorantdosen des gleichen Typs müssen es schon sein, in Benutzung sind selbstverständlich alle gleichzeitig. Und wenn dann mal eine leer ist, landet sie nicht etwa im Müll, neeein, sie bleibt dort so lange stehen, bis ich sie irgendwann dem Recycling-Kreislauf zuführe. Komische Angewohnheit. Gibt es dafür eine Erklärung?
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