Bürosplitter
Damned ... Freitag Abend ... ich sitz noch im Büro, während sich hier die Pläne durch den Plotter quetschen.
Notiz an mich: Keine Besprechungstermine mehr auf Montag früh legen ... dumm, sehr dumm ist das.
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Früher habe ich immer gerne das oben genannte Brettspiel gespielt und da ist es ja so, daß man sich auf der ersten Runde entscheiden muß, ob man gleich in den gesicherten Job geht und ein regelmäßiges Einkommen hat, oder ob man auf Risiko geht und dann einen der gut bezahlten Jobs abgreift.
Bezogen auf mein Leben würde ich sagen, daß ich die zweitere Möglichkeit gewählt habe und nach ermüdender und scheinbar nicht enden wollender Durststrecke scheint es mir jetzt so, als hätte ich endlich mal den langen Zipfel der Wurst geschnappt.
Heute einen äußerst erfolgreichen Besprechungstag absolviert. Kreative Ideen werden so umgesetzt, wie sie meinen ureigensten Gehirnwindungen entsprungen sind *läuft-aufgeregt-hin-und-her*. Es macht ja gerade so viel Spaß und mittlerweile wird es auch anständig bezahlt und erneut bin ich aufgefordert worden, mich im Herbst nochmals um eine Anpassung des Salärs zu bemühen.
Meine Güte, das hier niederzuschreiben grenzt zwar an Selbstbeweihräucherung, aber ich denke immer ich darf das, hab ja schließlich dafür auf ganz anderen Gebieten die Arschkarte gezogen.
Also geschätzter Leser, an dieser Stelle Klappe halten. Punkt.
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Kollege 1 kommt an meinem Platz, baut sich hinter mir auf ... stellt eine doofe Frage auf die ich ungehalten, griesgrämig, nuschelig und schlecht gelaunt reagiere. Kollege zickt aber nicht rum, nimmt dankend meine gemurmelte Antwort an und verzieht sich wieder.
Kollege 2 von gegenüber rügt mich ... meint wieso ich jetzt so griesgrämig war. Ich denke nach ... erstarre in Ehrfurcht, fühle mich schlecht. Gehe zu Kollegen 1 und entschuldige mich.
Der sagt nur: "Wieso, wofür denn, war doch gar nix."
Ich schnauze zurück: "VERDAMMT, WIE KANN MAN NUR SO SCHEISS UNKOMPLIZIERT SEIN!"
Grinse und gehe zurück an meinen Arbeitsplatz.
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Das hat man nun davon, wenn man mal einen läppischen Tag krank ist. Heute mußte ich dann die Suppe auslöffeln und unbedingt etwas postfertig machen. Bis um halb zehn einsam im Büro gesessen ... um dann festzustellen, daß der Briefkasten eh morgen erst am Nachmittag gelehrt wird.
Diese abendlichen Hauruckaktionen erinnern mich sehr an die Zeit im Studium und an einige böse Arbeitgeber, die mich grundsätzlich bis tief in die Nacht haben arbeiten lassen um mir dann in den Rücken zu fallen, meine Rechnungen nicht zu bezahlen und am Ende auch noch äußerst unfaire Briefe zu schreiben.
Jottseidank is dit vobei. Dit haick ja sowat von jarnisch mehr nötisch. Ick mache sowat nur noch in absoluten Ausnaam. Isso.
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In einem Fort bilde ich mich fort. Drum fahre ich morgen fort um mich noch weiter fortzubilden. Irgendwann werde ich so unsagbar klug sein, daß ich in meinem Hirn extra Platz schaffen muß, für all das unnütze Wissen was ich mir in den letzten Monaten draufgeschafft habe. Festgestellt habe ich, daß es in diesem Land für jeden Pinselstrich eine extra Normierung gibt. Dank Europa wird das alles noch viel schlimmer und unübersichtlicher besser kategorisiert werden.
Deswegen gibts morgen erst ein leckeres Kollegenfrühstück im kleinen erlauchten Kreis ... mit anschließender Informationsveranstaltung. Ich bin sehr froh darüber, erlaubt es mir doch nur einmal mehr, meinen rechten Zeigefinger wissend nach oben zu halten und klugscheißerisches Fachwissen zum Besten zu geben. Es gibt schließlich nix dööferes als den Kommentar: "Ei sie sinnndochdie Aschidäggdin, sie müsse dessdochwisse!" - Gut, wenn man dann kontern kann: "Weiß ich auch, es ist nur gerade nicht greifbar!"
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Mit Interesse verfolge ich den gerade laufenden Prozess über den Einsturz dieses
Eishallendingenskirchen (Muß Worte verfremden um nicht meine Berufskollegen auf den Plan zu locken *g*). In jedem Fall halte ich den Atem an. Ich
deutete es ja letzte Woche schon an ... mit einem Bein steht man offensichtlich immer im Knast. Was mich an der Sache aber am meisten schockiert, daß man auch nach so vielen Jahren zur Rechenschaft gezogen wird. Püha. Man trägt wirklich ein ordentliches Stück Verantwortung. Und am Ende wills doch niemand gewesen sein. Berufsanfänger ... räumte einer der Angeklagten ein, tja ... Pech gehabt. Ich will mich und die Kollegen da nicht rausreden. Es ist nur eben so, daß Fehler auch ein Stück menschlich sind. Und nun hatte z.B. ein Rechenfehler, ein bisschen falscher Leim und noch ein paar andere Umstände die fatale Folge, daß 15 unschuldige Menschen beim Eisvergnügen unter meterdickem Schutt begraben wurden.
Jedenfalls hat das Wort Schreibtischtäter unter diesem Aspekt eine neue Bedeutung gewonnen.
Friede sei mit mir. Und immer eine Handbreit Beton unterm Stahl.
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Heute war ich fies, eklig und reizbar *pluster* ... den ganzen Tag habe ich die Kollegen angeranzt, sogar meinem Chef habe ich angepflaumt, was willste überhaupt, hä *kinnhaken andeut*. Jawollja, aus dem Büroclown Schlepp ist heute ein olles Ekelpaket geworden. Ich bin ein waschechter Morgenmuffel wie er im Buche steht. Wer mich frühmorgens was fragt braucht meist nicht mit einer netten Antwort zu rechnen. Ich bin es eben gewohnt, meinen Tag morgens alleine zu starten. Schon in der Schulzeit hab ich meinen Morgenablauf alleine organisiert, später beim alleine Wohnen sowieso und in den zahlreichen WG's gab es immer unterschiedliche Tagesabläufe. Daher kommt das.
Ich bemühe mich oft schon auf der Fahrt mit lautem stumpfsinnigen Gesang *gröl* in ein Gute-Laune-Buddy zu verwandeln. Meistens gelingt das. Heute hats nicht funktioniert, viel schlimmer noch, es hat den ganzen Tag nicht nachgelassen und ich habe mich weiterhin fröhlich durchs Büro gepöbelt. Ich denke morgen hab ich einiges wieder gut zu machen *schluck*
Das Ende der schlechten Laune war dann aber heute Abend besiegelt, als ich mich am Fuße einer glitzernd leuchtenden Skyline begleitet von Maximo Park keuchend und schwitzend flußaufwärts bewegte. Hibbdebach und Dribbdebach. Spätestens auf der Gegengeraden war der Frohsinn wiederhergestellt.
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Interessanter Beruf den ich mir da ausgesucht habe. Heute gelernt, daß ich theoretisch schon mit einem Bein im Knast stehe. Ups ... und das einer Hysterikerin wie mir ;-)
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Während wir heute im Büro kübelweise Bestechungspralinen und Kollegenplätzchen gefuttert haben, räumten wir die heiligen Hallen auf, bauten neue Tische für die neuen Kollegen und hörten nebenbei Radio ... es lief "dadadidadandadaaa ...aaaha ... ahaaa ... must be talking to an angel ... ndaaaa". Die Kollegin (mitte 20) kam rein und bemerkte: "Das sind ja die No Angels." - Schlepp, also ich, Klugscheißerin mit Klugscheißerdiplom sagte: "Nein - DAS sind die Eurythmics!" - "Wer sind die Eurythmics?"
Ich muß unbedingt dafür sorgen, daß der nächste Schwung Neukollegen sich in meiner Altersgruppe befindet, werde im neuen Jahr mal mit dem Chef reden.
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Ich armes Schwein, hänge hier immer noch im Büro herum, während sich haufenweise Pläne durch den Plotter quetschen. Ich komm hier nicht weg, bevor auch nicht der letzte Quadratzentimeter Plan herausgekommen ist und seine Kanten sauber abgeschnitten wurden (Ausnutzbare Praktikanten oder Lehrlinge sind um diese Zeit ja auch nicht mehr greifbar).
So ist das eben, die komplexe Aneinanderreihung von ein paar läppischen Feiertagen, verbunden mit dem Zeitraum "zwischen den Jahren" löst in den meisten eine Panik aus. Das heißt, Dinge müssen unbedingt in diesem Jahr noch fertig werden.
Eija, so isses halt. Nächstes Jahr wird sicher alles besser!
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