Enge Familienbande
Gemeinsam sitzen wir heute morgen am nostalgisch abgewetzten Küchentisch, trinken unseren frisch gebrauten ersten Morgenkaffe ... Herr P. blättert sich gemütlich durch den Laptop, ich kraule die Miezekatze, die mit festem Blick auf eine Eichhörnchen auf dem Baum vorm einfach-verglastem Altbaufenster starrt.
[Aktenzeichen-XY-Sprecher-Modus-an]
Noch ahnten sie in diesem beschaulichen Idyll nichts von den Vorkommnissen der nächsten Minuten.
[/Modus aus]
Das Telefon klingelt ... unbekannt ... ich hebe ab, er ergibt sich ein kurzes knappes Gespräch:
"Hallo."
"Hallo?"
"Ja ... Hallo."
"Hallo, Schlepp, bist dus?"
"Ach so, du bist es ... hallo Edeltraud ** (potenzielle Schwiegermutter)"
"Ich wollt nur mal sagen, daß der Herr P. --- Isser da, de Kerl? --- also daß die Tante Irmtraud** ... seine Patentante heute 60 wird. Er soll da mal anrufen."
"Möchtest du ihm das nicht selber sagen?"
"Jo ... gäbbenmirma.
Und sonst, alles gut?"
"Alles im Lack"
Herr P. folgt artig dem befohlenen und ruft Tante Irmtraud an. Tut ... tuuut ...
"Metzger**?"
"Hallo ... Tante Irmi, hier ist der Herr P. und ich wollte dir nur mal ... eben zum Geburtstag gratulieren ..."
Es folgt ein gefürchteter Herr-P.-5-Minuten-jedes-Gespräch-im Keim-erstickenden-Monolog, danach: SCHWEIGEN.
Sekunden später räuspert sich die Tante am anderen Ende der Leitung:
"Däffischema fraache, wer issenda dran?"
Hier ist nichts beschönigt, nichts übertrieben. Aber es zeigt die Art von familiärer Verpflichtung, wie sie schon seit jeher von den Miss Ellies dieser Welt aufbefohlen wird.
Also: Vergesst eure Tanten und Onkels nicht.
**// Name von der Redaktion geändert.
[Aktenzeichen-XY-Sprecher-Modus-an]
Noch ahnten sie in diesem beschaulichen Idyll nichts von den Vorkommnissen der nächsten Minuten.
[/Modus aus]
Das Telefon klingelt ... unbekannt ... ich hebe ab, er ergibt sich ein kurzes knappes Gespräch:
"Hallo."
"Hallo?"
"Ja ... Hallo."
"Hallo, Schlepp, bist dus?"
"Ach so, du bist es ... hallo Edeltraud ** (potenzielle Schwiegermutter)"
"Ich wollt nur mal sagen, daß der Herr P. --- Isser da, de Kerl? --- also daß die Tante Irmtraud** ... seine Patentante heute 60 wird. Er soll da mal anrufen."
"Möchtest du ihm das nicht selber sagen?"
"Jo ... gäbbenmirma.
Und sonst, alles gut?"
"Alles im Lack"
Herr P. folgt artig dem befohlenen und ruft Tante Irmtraud an. Tut ... tuuut ...
"Metzger**?"
"Hallo ... Tante Irmi, hier ist der Herr P. und ich wollte dir nur mal ... eben zum Geburtstag gratulieren ..."
Es folgt ein gefürchteter Herr-P.-5-Minuten-jedes-Gespräch-im Keim-erstickenden-Monolog, danach: SCHWEIGEN.
Sekunden später räuspert sich die Tante am anderen Ende der Leitung:
"Däffischema fraache, wer issenda dran?"
Hier ist nichts beschönigt, nichts übertrieben. Aber es zeigt die Art von familiärer Verpflichtung, wie sie schon seit jeher von den Miss Ellies dieser Welt aufbefohlen wird.
Also: Vergesst eure Tanten und Onkels nicht.
**// Name von der Redaktion geändert.
schlepp - 12. Apr, 13:26
einsortiert unter: Beziehungsfetzen








